Der Sommer ist nass und kalt, die Fussball EM fast zu Ende. Was soll man nur tun mit seiner Zeit, an einem verregneten Samstag? Wir schlagen vor: Ab ins Museum! Und zwar ins Buchstabenmuseum Berlin. Ein wundervoller Ort für Designer und Typografie-Liebhaber.
Aus einer Typografiebegeisterung und Sammelleidenschaft für Zeichen aus dem öffentlichen Raum entstand im Jahr 2005 die Idee für das Buchstabenmuseum. Seitdem sammelt, restauriert und archiviert der eigens dafür gegründete Verein “Buchstabenmuseum e.V.” fleißig verschiedenste Schriftzeichen. Die Sammlung umfasst rund 600 Buchstaben oder ganze Schriftzüge. Einige sind 2,50 m hoch, manche von ihnen wiegen 100 kg. Aber auch filigrane Buchstaben aus Bugholz finden ihren Platz neben den massiven Objekten aus Edelstahl oder Neonröhren. Jedes Exponat ist eine eigene Type und hat aufregende Berliner Geschichten erlebt.
Inglourious Basterds
Ein unscheinbares, verrußtes Papp – E hatte seinen großen Auftritt in einer Kinobeschriftung an einem Kriegsschauplatz im Tarantino-Kultfilm Inglourious Basterds. Jetzt hat er hier ein neues Zuhause gefunden und ist ein großer Zugewinn für das Museum.
Der ein oder andere Berliner erinnert sich vielleicht auch noch an das Zoo- und Aquaristikgeschäft am Frankfurter Tor. Der türkisblauen Schriftzug “Zierfische” gehörte seit 1957 zum Stadtbild des Berliner Ostens. Als das Geschäft 2009 schließen musste, bemühte sich das Buchstabenmuseum darum, die Reklameschrift zu erhalten. Heute erzählt sie den Besuchern und Besucherinnen aus aller Welt im Museum ihre Geschichte .
2008 wurde die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und 2011 bekam das lagerhafte Depot einen neuen Look durch engagierte Innenarchitektur-Studenten der FH Coburg. Das Museum soll aber noch wachsen und so ist der Verein auf der Suche weiteren, bewahrenswerten Buchstaben. Noch besteht die Sammlung in erster Linie aus Fundstücken aus Berlin und dem Umland, aber auch asiatische, kyrillische, arabische oder skandinavische Buchstaben sind willkommene Sonderzeichen in der Sammlung. Wer also tolle Schriftzüge entdeckt hat, kann sich mit Fotos und Angaben zum Standort gerne beim Museum melden.
Es gibt auch Führungen, Sonderausstellungen und Worksops, mehr Infos darüber gibt es auf der Newsseite des Museums. Der Eintritt ist mit 2,50 € wirklich erschwinglich. Also: Nix wie hin und sich inspirieren lassen - von den Geschichten, Formen und Farben der Berliner Schriftzeichen.
Buchstabenmuseum
Berlin Carré, 1. OG, Karl-Liebknecht-Str. 13, Donnerstag bis Samstag zwischen 13 und 15 Uhr geöffnet

